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Blumenimport weltweit Der kürzeste über den Teich |
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Ich erinnere mich noch genau. 1991, es ist beinah zehn Jahre her - mein erster Auftrag als Redakteurin lag auf dem Tisch: Es sollte um Exoten gehen. Was bot sich da mehr an, als den "Exotic Garden" zu porträtieren - ein Blumengeschäft, neu eröffnet in Berlin-Wedding - Inhaber Roy Ramsaroop. Im Jahr 2000: Der Name "Exotic Garden" ist geblieben. Doch verbirgt sich dahinter heute ein Blumen-Import- und Großhandel, immer noch mit Sitz in Berlin, aber europaweit bekannt und mit weltweiten Geschäftsbeziehungen. |
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| Auf dem Berliner Großmarkt in der Friedrichstraße treffe ich Roy Ramsaroop in seinem Büro. Es war damals schon sein Ziel, das zu machen, was er heute ist - Importeur. Roy Ramsaroop, gebürtig in Guyana, studierte in Deutschland Nachrichtentechnik. Dabei versprach er seinem Vater, der in Südamerika tropische Blumen anbaut, ihn bei der Vermarktung der Ware in Deutschland zu unterstützen. Das musste nebenbei passieren, denn mittlerweile arbeitete Roy Ramsaroop bereits als Ingenieur in Deutschland. |

Es begann mit einem Blumengeschäft
Trotz der fehlenden besonderen Kenntnisse über Blumen und Pflanzen merkte Roy Ramsaroop schnell, dass es viele Schwachpunkte auf der logistischen Seite gab und die Kette vom Anbau bis zum Verbraucher nicht optimal lief. Um noch mehr Gespür für die Vermarktung zu bekommen, aber auch um das Wissen über Pflanzen und Blumen zu erweitern, eröffnete er ein Blumengeschäft, den "Exotic Garden". Damit war der gelernte Nachrichtentechniker und Blumenliebhaber nun ganz nah am Verbraucher. Zunächst einmal hatte damals die Vielfalt des Angebots Priorität. Die Blumen, zumeist Exoten, kamen aus Trinidad, Jamaika, Costa Rica, Ecuador, Kolumbien und Guyana. Es lief besser als erwartet - und so gab Roy Ramsaroop 1991 seine Tätigkeit als Ingenieur auf und widmete sich in den folgenden zwei Jahren ganz dem Fahrverkauf ausschließlich in Berlin. Zwei Mitarbeiter waren ständig mit einem LKW unterwegs. |
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Konzentration auf den Import |
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1993 bot sich dann die Möglichkeit, mit einem kleinen Stand (20 Quadratmeter) auf dem Blumengroßmarkt präsent zu sein. Dafür musste der Fahrverkauf ein-gestellt werden, und die mittlerweile vier Blumenläden gab Roy Ramsaroop ebenfalls auf. Alles zusammen war nicht machbar - und nun hieß es, sich ganz auf den Import zu konzentrieren. Auch die Fläche am Blumen- großmarkt wuchs beständig und nahm im Laufe der Zeit schon stattliche 150 Quadratmeter ein. |
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| Heute betreut Roy Ramsaroop 20 Großhandelskunden bundesweit, und Woche für Woche kommen neue hinzu. Das Gros an Exoten und Rosen kommt aus Ecuador. Der |
| Grund: Nur beste Qualität ist gefragt, und die findet Roy Ramsaroop dort. Seit zwei Jahren existiert auch eine eigene Firma in Holland, ebenso eine Box auf der Versteigerung in Aalsmeer. |
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| In kürze entsteht ein virtueller Marktplatz |
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| Die eigentliche Attraktion des Unternehmens ist aber der Direktimport mit einer bis ins Detail abgestimmten Logistik, das heißt, es gibt kein Zwischenlager. Das geht wohl kaum ohne die entsprechende Computertechnik und Software. Hier kamen Roy Ramsaroop immer das technische Studium und seine Aufgeschlossenheit diesen Dingen gegenüber zugute. Auch Sohn Ray stieg an dieser Stelle in das Unternehmen ein. Gerade frisch mit dem Abi fertig, ist er bereits voll in alles involviert. Er entwickelt nicht nur Software für den gesamten Verkauf und das Warenwirtschaftsprogramm für den Ablauf am Großmarkt, für den Import und für den Einkauf in Holland, sondern für die gesamte Branche. |
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Alles ist komplett über den Computer gesteuert
"Exotic Garden" ist mittlerweile auch ein Familien-betrieb. Petra Ramsaroop gab 1995 ebenfalls ihre Ingenieurstätigkeit auf und ist für den administrativen Part zuständig. "Es ist uns heute nicht nur wichtig, immer wieder neue Produkte auf den Markt zu bringen, sondern auch Infos auszutauschen und die Technik auf den neuesten Stand zu bringen." Das fällt Petra und Roy Ramsaroop natürlich leicht, weil sie beide aus der technischen Branche kommen. So ist inzwischen alles komplett computergesteuert. "Wir erhalten heute alle Informationen, die wir als Unternehmen brauchen, um entsprechende Entscheidungen zu treffen über Com-puterprogramme. Das betrifft beispielsweise Einkaufs-zahlen, Lagerbestände und auch Statistiken über die Kunden." |
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| Das Ganze hat natürlich einen enormen Zeitersparnis- und Rationalisierungseffekt. Waren früher etwa zwölf Stunden nötig für die Eingabe der Lieferscheine und Verteilung der Sendungen bis hin zur Rechnungslegung (vorher beispielsweise über ein Kalkulationsprogramm wie Excel), so reduziert sich heute dieser gesamte Arbeitsablauf auf zwei Stunden. Dadurch lassen sich Fehlerquellen ausschließen. Den Stand auf dem Blumengroßmarkt konnte Roy Ramsaroop nochmals auf 325 Quadratmeter erweitern, eine Folge des Umbaus vor etwa zwei Jahren. Anlass genug, um auch das Angebot für die Kunden auszubauen. So sind nun auch neue Pflanzen im Angebot und ebenso Ware aus Israel, Frankreich, Italien und aus dem Hamburger Raum. |
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Zu 90 Prozent Direktimporte
Die ausländische Ware kommt auf direktem Wege ohne den Umweg über die Versteigerung. Ganz neu sind Or- |
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chideen aus Thailand und Proteen aus Australien. "Unser Ziel ist es, von überall das Beste zu ordern", so Roy Ramsaroop. Holländische Ware über die Versteigerung hat nur eine ergänzende Funktion. "Unser Erfolg beruht zu 90 Prozent auf dem Direkt-import", resümiert Roy Ramsaroop.
Das Unternehmen gliedert sich heute in die Bereiche:- Exotic Garden - Import
- Exotic Garden - Großhandel (Berlin)
- Hollandeinkauf über die Versteigerung
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| Wie und auf welchem Weg gelangt nun die Ware bis zum Kunden und bis zum Endverbraucher? "Wir fliegen die Blumen auf dem direkten Weg von Südamerika nach Schiphol mit Passagiermaschinen. Der Vorteil gegenüber reinen Frachtmaschinen ist |
| die Pünktlichkeit, da die Passagiermaschinen auf Flugpläne abgestimmt sind, was bei Frachtmaschinen nicht der Fall ist. Dadurch sind wir in der Lage, die Blumen am selben Tag in ganz Deutschland zu liefern." Nach Schiphol (Amsterdam) geht sechsmal wöchentlich ein Direktflug aus Südamerika. Ein optimal ausgeklügeltes logistisches System (von Ecuador bis Deutschland) sorgt dafür, dass die Blumen keinen Tag im Lager sind, sondern immer auf der Reise. Probleme gab es nur vor Weihnachten wegen des Vulkanausbruchs. |
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| Eine Mitarbeiterin im Büro in Quito (Ecuador) koordiniert und kontrolliert die Sendungen der verschiedenen Farmen (15 Rosenfarmen und zwei Sommer-Schnitt-Farmen). Das Geschäft beruht vor allem auf der Standing Order (Festbestellung) des Großhandels, das heißt 96 Prozent der bestellten Ware ist bereits im Vorfeld verkauft. Vier Prozent sind Neuheiten oder besondere Angebote. "Rosen aus Ecuador sind schon so etwas wie unser Markenzeichen geworden", so Roy Ramsaroop. In Ecuador herrschen optimale natürliche Anbaubedingungen in 3000 Meter Höhe. Freitag erfolgt der Schnitt, Samstag Mittag geht die Reise ab Ecuador, Sonntag früh ist die Ware in Amsterdam. Drei Stunden dauert dort das Entladen. In der Nacht zum Montag ist die Ware dann überall in Deutschland zum Verkauf. Der Kunde im Blumengeschäft kann Montag früh frische Rosen aus Ecuador kaufen. |
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